Energieeffizienzklasse der Autos

 

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Definition, Einteilung und Berechnung

Die Energieeffizienzklasse wurde als Ergänzung zur sogenannten „PKW-Energieverbrauchskennzeichnungsordnung“ eingeführt. Die Verordnung besteht seit 2004 und seitdem besteht für Autohersteller Ausweispflicht für den CO²-Ausstoß und den Kraftstoffverbrauch.Seit 2011 werden die Autos in die Effizienzklassen von A+ (sehr effizient) bis G (sehr ineffizient) eingeteilt. Als Grundlage zur Einteilung dienen zwei Formeln, durch die die Autos bewertet werden. Zunächst wird ein Referenzwert des CO²-Ausstoßes für das Gewicht des Autos festgelegt.

Formel für den Referenzwert:

R = 36,59079+0,08987*M (Masse des Fahrzeugs in Kilo)

Dieser Wert R wird dann als Referenzwert für Autos mit diesem Gewicht genommen. Anschließend wird die relative Abweichung des Autos von diesem Referenzwert berechnet.

Relative Abweichung = (CO²-Ausstoß des betrachteten PKW - R) *100 / R

Diese relative Abweichung wird dann in die unten aufgeführten Klassen eingeordnet. Umso größer die Abweichung nach oben vom Referenzwert liegt, umso ineffizienter wird das Auto eingestuft und umgekehrt (siehe Tabelle).

Effizienzklasse

Abweichung vom Referenzwert

Verteilung 2013

A+++

≤-55%

0,3%

A++

-54,99% bis -46%

0,7%

A+

-45,99% bis -37%

2,2%

(generell alle Elektroautos)

A

-36,99% bis -28%

19,6%

B

-27.99% bis -19%

26,8%

C

-18,99% bis -10%

29%

D

-9,99% bis -1%

16,1%

E

-0,99% bis +8%

3,5%

F

+8,01% bis +17%

1,2%

G

>+17,01%

0,8%

(großer Anteil Sportwagen)

 

Kritik und Schwächen der Einteilung

Verschiedene Verbände jedoch kritisieren das System der Einteilung. Der ADAC bezeichnet das System als „irreführend“ und Verbände wie Greenpeace sehen eine Verfehlung der ursprünglichen Absicht. Nach der aktuellen Einteilung fiele ein Leopard 2 Panzer in dieselbe Effizienzklasse wie ein VW Golf. Als Beispielrechnung stellen wir einmal einen Audi Q7 3.0 TDI und einen Fiat 500 1.2 8V gegenüber.

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Audi Q7 3.0 TDI

R = 36,59079+0,08987*2.345 = 247,33594 → Das wird auf eine ganze Zahl gerundet. Somit ist der Referenzwert 247.

Dieser Referenzwert wird nun als Orientierung für die Einteilung verwendet.

CO²-Differenz = (195 – 247)*100/247 = -21,05%

195 g/km ist hierbei der gemessene CO²-Ausstoß des Audi Q7.

Nach Einteilung der oben aufgeführten Tabelle ergibt dies die Klasse B.

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Fiat 500 1.2 8V

R = 36,59079+0,08987*1005 = 126,91014 → gerundet 127

CO²-Differenz = (119-127)*100/127 = -6,3%

119 g/km ist der gemessene CO²-Ausstoß des Fiat 500.

Nach Einteilung der oben aufgeführten Tabelle ergibt dies die Klasse E.

 

An diesem Beispiel kann man die daraus resultierende Kontroverse an der Einteilung gut verstehen. So kritisieren beispielsweise „ADAC“ und der „Verkehrsclub Deutschland“ (VCD), dass ein Audi Q7 als umweltfreundlicher eingestuft wird als ein Kleinwagen wie der Fiat 500. Und das obwohl der Verbrauch des Audi Q7 deutlich höher ausfällt und etwa 1,5-mal mehr CO² ausstößt als der Fiat 500. „Der Verband der Automobilindustrie“ (VDA) entgegnet, dass das Aufzeigen der generellen Umweltfreundlichkeit gar nicht das Ziel sei, sondern die Einteilung lediglich zum Vergleich der Fahrzeugklassen untereinander dienen soll.

So kann man den hier aufgeführten Q7 zum Beispiel mit einem Auto der gleichen Klasse, wie etwa dem VW Touareg 3.0 V6, in der Effizienz vergleichen. Dieser bringt 2170kg auf die Waage und stößt 190 g/km CO² aus. Damit landet er bei einem Referenzwert von 232g/km und in der Effizienzklasse C.

Somit lassen sich Fahrzeuge derselben Klasse grob miteinander vergleichen. Diese Vergleichbarkeit entsteht durch die umstrittene Einbeziehung des Autogewichts in die Berechnungsformel. Autos, die ähnlich viel wiegen, erhalten ungefähr denselben Referenzwert als Maßstab und können damit in Relation zueinander gesetzt werden. Ob damit das eigentliche Ziel der Effizienzklassen erreicht wird oder ob es eher den Kunden täuscht, lässt sich nicht genau sagen. Die Endverbraucher, die sich mit den Effizienzklassen und ihrer Herleitung nicht beschäftigt haben, kann das Label durchaus in die Irre führen.

 Kritik am Entstehungsprozess und Einfluss der Autolobby

Die Berücksichtigung des Gewichts bei der Einteilung der Klassen stieß auf viel Kritik seitens diverser Umweltverbände. So reichte die „Deutsche Umwelthilfe“ Klage auf Akteneinsicht beim Verwaltungsgericht Berlin ein. Nach Ablehnung der Akteneinsicht durch die Bundesregierung gewährte der europäische Gerichtshof jedoch in einer höheren Instanz die Einsicht. Die veröffentlichten Akten waren umstritten und gaben Anstoß die Effizienzklassen zu überarbeiten. So wurden neue Kriterien als Idee eingebracht. Dies sollte die Einteilung differenzierter gestalten und das Gewicht in Verbindung mit dem CO²-Ausstoß nicht als einziges Kriterium heranziehen.

So sollten zum Beispiel die Fahrzeugfläche oder die Anzahl der Sitzplätze im Verhältnis zum Gewicht einbezogen werden. Diese Erweiterung sollte 3 Jahre nach der Einführung beginnen, bisher wurde dies jedoch noch nicht umgesetzt.

Sinnhaftigkeit und worauf Käufer achten müssen

Die Sinnhaftigkeit des Labels ist absolut zweifelhaft. In vielen Fällen ist ein Auto mit „schlechter“ Effizienzklasse trotzdem deutlich besser für die Umwelt (gemessen am CO²-Ausstoß) als auch für den Geldbeutel. Uninformiert sollte man sich nicht auf die Einteilung verlassen und anhand dessen ein Auto kaufen. Jeder Käufer sollte wissen, was das Label genau anzeigt und sich darüber hinaus selbst mit der Umweltfreundlichkeit des jeweiligen Autos auseinandersetzen. Wenn jedoch feststeht, dass es beispielsweise ein SUV sein soll, kann die Plakette ein erster Anhaltspunkt sein, um die Umweltfreundlichkeit des Autos einzustufen.

 

Ein weiteres Problem ist eine andere Art der Einteilung für die Umweltverträglichkeit zu finden. Ginge man nur nach dem Spritverbrauch und dem Ausstoß von Kohlenstoffdioxid würden auch beispielsweise verhältnismäßig sparsame Familienautos oder Nutzfahrzeuge in schlechten Klassen landen und die Käufer abschrecken. Durch die Einführung weiterer Kriterien könnte ein wenig Abhilfe geleistet werden und die Klassen einen besseren Einblick in die wirkliche Umweltfreundlichkeit des Autos liefern.

 

 

 

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