Die Rettungskarte – im Ernstfall kann sie Leben retten

 Bild-kleiner-Rettungskarte-Feuerwehr

 

Nach einem Autounfall kann jede Sekunde über Leben und Tod entscheiden: Insassen müssen schleunigst aus dem verunglückten Fahrzeug befreit werden, um notwendige Rettungsmaßnahmen einleiten zu können. Doch wo können Retter gefahrlos Spreizer und Schere ansetzen, ohne etwa einen Airbag auszulösen? Wo liegen Batterien und Karosserieverstärkungen? Wertvolle Zeit geht mit der Beantwortung dieser Fragen verloren und Unwissenheit bringt zudem Rettungshelfer in Gefahr.

Die Rettungskarte wirkt dem gezielt entgegen - sie ist direkt am Unfallort verfügbar und vermittelt auf einen Blick alle relevanten Informationen für eine sichere Bergung der Insassen in dem jeweiligen Fahrzeugmodell.

Das Konzept wurde vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) entwickelt. 2009 schloss sich der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC) an und startete PR-Kampagnen um die Rettungskarte bekannt zu machen. Das Ziel ist es alle Fahrzeuge im deutschen bzw. europäischen Straßenverkehr mit einer individuellen Rettungskarte auszustatten.

Die ADAC-Unfallforschung spekuliert, dass die Zahl Verkehrstoter in Europa um bis zu 2500 Personen pro Jahr sinken würde, wäre die Karte in jedem verunglückten Fahrzeug vorhanden.

 

Rettung dauert immer länger

Wer meint, in neueren Automodellen gelinge die Bergung von Unfallopfern schneller, liegt leider falsch. Die aktuelle Entwicklung der Automobiltechnik geht mehr und mehr in Richtung Crashsicherheit, was moderne Fahrzeuge immer robuster und komplexer macht. Viele Werkzeuge örtlicher Feuerwehren kommen nicht mehr gegen die immense Härte verwendeter Materialien an. Auch Statistiken belegen den Trend: Der ADAC stellte fest, dass das Befreien von Insassen zwischen älteren und neueren Baujahren um bis zu 15 Minuten schwanken kann.
Fahrzeuge mit alternativen Antrieben bergen hier zusätzliche Risikos: Hybrid- und Elektrofahrzeuge sind mit Stromleitungen von bis zu 650 Volt durchzogen, während gasbetriebene Autos einen Brandherd bergen, wenn sie nicht sachgemäß geöffnet werden. Viele Rettungskräfte sind zudem noch nicht mit jenen neuartigen Bauweisen vertraut, weshalb die Rettungskarte vor allem hier zum Lebensretter werden kann. Umso dringender wird dazu geraten, die Retter durch das Deponieren der Rettungskarte im Fahrzeug zu unterstützen.

 

Welche Informationen beinhaltet die Rettungskarte?

Die Rettungskarte bildet schematisch die wichtigsten Eigenschaften zum sicheren Öffnen des Fahrzeugs ab. Darunter fallen Airbags, Überrollschutz und andere Sicherheitsvorkehrungen, die bei der Bergung von Verunglückten im Weg sein können; konkrete Gefahrenquellen wie Batterien oder unter Spannung stehende Gurtstraffer sind ebenfalls auf einen Blick zu erfassen.

 rettungskarte-a6-avant-ab-2011-5326010667496824270594a853d901df

Die Rettungskarte am Beispiel Audi A6 Avant

 

Wie statte ich mein Auto mit der Rettungskarte aus? 

Blops594a853e5c155

Schritt 1 - Herunterladen

Die Rettungskarte kann kostenlos von verschiedenen Webseiten heruntergeladen werden. Anbieter sind etwa der ADAC, DEKRA oder die Autohersteller selber, die bei der Verbreitung der Rettungskarte mithelfen (z.B. Audi oder Mercedes). 


Schritt 2 - Ausdrucken

Wichtig ist, dass Sie die Rettungskarte farbig ausdrucken, um den vollen Informationsgehalt zu transportieren. 


Schritt 3 - Sticker anfordern

Zusätzlich wird ein Sticker für die Windschutzscheibe benötigt, der den Rettungskräften signalisiert, dass eine Rettungskarte im Fahrzeug vorhanden ist. Dieser kann kostenfrei online bestellt werden oder ist in jeder ADAC-Geschäftsstelle erhältlich. 


Schritt 4 – Im Fahrzeug deponieren

Liegt die korrekte Rettungskarte in Farbe vor, wird sie in der Sonnenblende des Fahrers verstaut. Dieser Ort ist international vereinbart und sollte beibehalten werden. Außerdem wurde in Crashtests des ADAC festgestellt, dass die Rettungskarte hier gut zu erreichen ist und nicht verrutscht.
Der Sticker wird an der Fahrerseite der Windschutzscheibe angebracht.

 Rettungskarte-Sticker594a90e03b8cd

 

 

Ist die Rettungskarte auch im Ausland nützlich?

Ja! Die Rettungskarte ist europäischen Partner-Automobilclubs ebenso bekannt wie dem ADAC, jedoch unter dem Namen Rescue Sheet. Die einheitlichen Symboldarstellungen garantieren zudem schnelles Verständnis ohne Sprachbarrieren.

 

Digitalisierung der Rettungskarte

Um die sicherheitsrelevanten Hinweise auch ohne vorhandenes Datenblatt verfügbar zu machen, versehen Mercedes und Smart seit 2014 ihre Fahrzeuge mit Stickern, die einen QR-Code mit Link zu einer digitalen Rettungskarte bereithalten. Die Rettungskräfte müssen den Code nur noch per Tablet oder Smartphone einscannen, um die benötigten Hinweise zu erhalten. Ältere Modelle ab Baujahr 1990 können den Aufkleber in Vertragswerkstätten nachträglich anbringen lassen. Er wird im Tankdeckel und auf der gegenüberliegenden B-Säule angebracht. Wichtig ist, dass trotz vorhandenem Sticker eine gedruckte Rettungskarte mit an Bord ist, denn sie informiert weiterhin zuverlässig, auch wenn am Unfallort ein Funkloch besteht oder kein QR-fähiges Gerät griffbereit ist.



 

 
 

Quellen:
 

Die Rettungskarte: Auto-Konstruktionsplan für Nothelfer || http://www.bussgeld-info.de/rettungskarte/

ADAC: Rettungskarte || https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/Rettungskarte.aspx

Autobild: Rettung dauert immer länger || http://www.autobild.de/artikel/rettungskarten-zum-download-1267648.html

ADAC: Rettungskarte || https://www.adac.de/infotestrat/ratgeber-verkehr/sicher-unterwegs/rettungskarte/default.aspx?quer=rettungskarte

Rescue Sheet || http://www.rescuesheet.info/

ADAC: Neue Wege zur Rettungskarte || https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/rettungskarte_qrcode.aspx

 

 

 

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.